Das Einstein-Mädchen – Philip Sington

8 Jan

Eine junge Frau wird 1932 in der Nähe von Berlin ohne Kleidung oder einen Hinweis auf ihre Identität bewusstlos aufgefunden. Als sie aus dem Koma erwacht, kann sie sich an nichts erinnern. Der Psychiater Dr. Martin Kirsch nimmt sich ihrem Fall an und entwickelt ein großes Interesse an dem Fall, aber auch an seiner Patientin. Wer ist sie? Woher kommt sie? Und was wollte sie in Berlin? Kirsch begibt sich auf Spurensuche und versucht anhand weniger Indizien diese Rätsel zu lösen. Es stellt sich heraus, dass eine Verbindung zwischen der jungen Frau und dem weltbekannten Physiker Albert Einstein besteht. Doch welche?

Die Geschichte um das Einstein-Mädchen, in der ein Psychiater zum Ermittler wird, ist gekonnt in den historischen Hintergrund eingebettet. Der Schatten des Ersten Weltkrieges lastet schwer auf Kirsch, sowohl psychisch als auch physisch, was sinnbildlich für die gesellschaftliche Stimmung steht. Immer wieder wird zudem auf das Erstarken des Nationalsozialismus verwiesen und auf die Auswirkungen dessen rassistischen Menschenbildes für die Psychatrie. Auch die Bezüge zu Einsteins Biographie scheinen sorgfältig recherchiert zu sein, wie auch ein entsprechender Anhang zeigt.

Philip Sington erzählt die Geschichte vorwiegend mit Blick auf den Psychiater Kirsch, sodass der Leser/die Leserin einen guten Eindruck seiner Persönlichkeit bekommt, lässt aber auch das Einstein-Mädchen selbst zu Wort kommen, das seine Lebensgeschichte in einem Brief niedergeschrieben hat. Auf diese Weise ist der Leser/die Leserin Kirsch einen Schritt voraus bei der Entschlüsselung ihrer Identität. Dennoch hält der Roman einige unerwartete Wendungen bereit.

Auf diese Weise entsteht ein spannender Roman, eingebettet in den historischen Kontext der 1930er Jahre in Berlin und verwoben mit dem Werk und dem Leben des wohl bedeutendsten, zumindest aber bekanntesten Physikers der Welt.

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