Die letzte Liebe des Monsieur Armand – Françoise Dorner

13 Jan

In diesem Roman geht es darum, wie eine zufällige Begegnung das Leben verschiedener Menschen grundlegend verändern kann. Pauline ist zwanzig, arbeitet als Verkäuferin und hat wechselnde Beziehungen, Armand ist pensionierter Philosophielehrer und hat sowohl mit seinen zuvor geliebten Büchern, als auch mit seinem Leben abgeschlossen. Was die beiden verbindet ist ihre Einsamkeit, die sie wohl auch zusammenführt. Pauline verlor ihre Eltern, zu denen sie jedoch keine Beziehung hatte, früh bei einem Autounfall und ist seither auf der Suche nach einer Ersatzfamilie. So gewinnt sie selbst den Eindruck, nur wegen der Aussicht auf liebevolle Schwiegereltern mit diversen Männern auszugehen, die sie zwar begehren jedoch nicht respektieren. Die Einsamkeit Armands resultiert aus dem Tod seiner Frau und seiner schlechten Beziehung zu seinen Kindern, sowie dem Ende seiner Tätigkeit als Philosophielehrer, da ihm nun niemand mehr zuhört.

Zwischen Armand und Pauline entwickelt sich eine Beziehung, die über Freundschaft hinausgeht, aber auch nichts mit Sex zu tun hat. Es scheint als hätte Pauline in Armand ihren lang ersehnten Familienersatz gefunden, während sie ihm ihrerseits Aufmerksamkeit und Lebensfreude schenkt. Nicht nur für die beiden Hauptcharaktere, aus deren Sicht die Geschichte abwechselnd geschildert wird, sondern auch für Armands Sohn verändert diese Begegnung alles.

Françoise Dorner erzählt eine sentimentale Geschichte voller Aufs und Abs, in der sich zwei komtlett gegensätzliche Menschen näher kommen und eine Beziehung zueinander entwickeln, die schwer in Worte zu fassen ist, aber kontinuierlich zwischen den Zeilen hervorblitzt. Auf der einen Seite Pauline, die ihren Weg durchs Leben noch nicht gefunden hat und auf der anderen Armand, der das Gefühl hat bereits alles hinter sich zu haben. Zwischen ihnen befinden sich fünf Jahrzehnte, die immer wieder drohend darauf hinweisen, dass diese Beziehung keine der beiden Personen dauerhaft von ihrem Schicksal erlöst.

Hinter der Geschichte verbirgt sich die Frage nach der richtigen Balance zwischen Kopf und Herz. Der Philosoph hat sich zeitlebens einzig auf seinen Verstand beziehungsweise den Verstand großer Philosophen verlassen und hat nun am Ende seines Lebens das Gefühl, sich damit den Zugang zu seinen Mitmenschen verbaut zu haben. Im Gegensatz dazu weigert sich Pauline Bücher zu lesen und verlässt sich lieber auf ihr Gefühl, entwickelt allerdings ein Interesse an philosophischer Bildung, da sie sich den Fragen, die hinter ihrem impulsiven Handeln stecken, stellen möchte.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: