Archive | März, 2012

True Blood – Charlaine Harris

30 Mrz

Nachdem ich immer mal wieder von der Vampir-Serie True Blood gehört habe, der Funke aber nie übergesprungen ist, war es nun plötzlich doch so weit. Ich weiß nicht warum, aber letzte Woche packte es mich, die ersten drei Bände der Geschichte um Sookie Stackhouse. Man kann ja viel am Vampir-Hype rund um Twilight herummäkeln, aber es lässt sich nicht leugnen, dass Vampire unglaublich viel Stoff bieten und eine gewisse Faszination ausüben. Kurzum: Ich lese jetzt True Blood!

Hauptperson der Krimireihe ist die junge Kellnerin Sookie Stackhouse, die in einer amerikanischen Kleinstadt bei ihrer Großmutter lebt und zu ihrem Leidwesen über die Gabe (oder ihrer Auffassung nach Behinderung) verfügt, Gedanken lesen zu können – nicht jedoch die von Bill, dem Vampir. Vampire sind rechtlich anerkannt und ernähren sich von Kunstblut, spalten aber die Meinungen der Menschen: Es gibt reaktionäre, die den Vampiren ablehnend gegüberstehen und Vampir-Groupies.

Wie ich zu den Vampiren und der Reihe im Allgemeinen stehe werde ich erst noch herausfinden, ich freue mich aber schon auf’s Lesen!

 

Zwei an einem Tag – David Nicholls

19 Mrz

Zwei an einem Tag ist für mich in erster Linie ein Roman über Freundschaft und Leben und erst in zweiter Linie ein Liebesroman. Emma und Dexter, die verschiedener nicht sein könnten, lernen sich am 15. Juli 1988 bei der Abschlussfeier des Colleges kennen und verbringen die Nacht miteinander. Dabei schwebt über dieser Begegnung der Gedanke daran, dass mit dem Ende der Nacht gewissermaßen der Ernst des Lebens beginnt.

Emma hat einen Einserabschluss in zwei Fächern erlangt, hat ein politisches Bewusstsein und möchte die Welt verändern. Wie sie das genau anstellen soll, weiß sie noch nicht, aber sie ist davon überzeugt, es durch Schreiben schaffen zu können. Ihr Äußeres kümmert sie dabei weniger. Demgegenüber steht Dexter, der aus reichem Elternhaus stammt und das College vor allem als eine große Party begriffen hat. Mit seinem eher mäßigen Abschluss und sich selbst weiß er noch nichts anzufangen und möchte zunächst Reisen, um Zeit für seine Lebensplanung zu gewinnen.

Im Folgenden zeigt der Roman die Entwicklung der beiden im Verlauf der Jahre immer anhand des 15. Julis. Emma und Dexter erleben in beruflicher wie in privater Hinsicht Erfolge und Misserfolge Glück und Unglück, zerplatze Träume und das aufleben alter Träume. Die Verbindung zwischen den beiden bleibt bestehen, auch wenn sie sich stetig verändert, sie sich auseinanderleben oder sich näher kommen. Hintergründig bleibt stets die Frage: Kriegen sie sich? Allerdings blieb für mich entgegen dem Hollywoodklischee offen: Will ich überhaupt, dass sie sich kriegen? Immer wieder wird deutlich, wie verschieden die Lebensentwürfe der beiden sind, sodass zu befürchten ist, ein gemeinsames Leben zerstöre den Charakter und die Individualität. Dieser Widerspruch wird am Ende auf eine Weise, diemich nicht zufrieden gestellt hat, die ich hier jedoch natürlich nicht ausführen will, aufgelöst.

Insgesamt gefiel es mir, Emma und Dexter dabei zu begleiten, wie sie älter werden und ihren Weg mit zahlreichen Irrungen und Wirrungen finden, zumal David Nicholls die richtigen Worte gefunden hat, dies zu beschreiben und tatsächlich Charaktere und nicht nur Romanfiguren zu erschaffen. Durch den ganzen Roman zieht sich wie ein roter Faden die erste gemeinsame Nacht am 15. Juli 1988. Dieser Bezug zum Ausgangspunkt dieser besonderen Verbindung zwischen Emma und Dexter wird sprachlich durch das Aufgreifen bestimmter Formulierungen aufgegriffen und bildet insbesondere am Ende des Romans einen passenden Rahmen für ihre Geschichte.

Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär – Walter Moers

6 Mrz

Gleich zu Beginn möchte ich klarstellen, dass dieser Roman von Walter Moers kein Kinderbuch ist, wie die meisten wegen der gleichnamigen TV-Spots in der „Sendung mit der Maus“ vermuten.

In „Die 13½ Lebend des Käpt’n Blaubär“ schildert Walter Moers, wie der Titel bereits besagt, die ersten 13½ Leben von insgesamt 27 Leben des Buntbären Käpt’n Blaubär auf dem Kontinent Zamonien, auf dem auch weitere Romane Moers‘ angesiedelt sind. Jedes der 13½ Kapitel beschreibt einen Lebensabschnitt des Bären aus dessen Sicht. Dabei entwirf Walter Moers mit blumiger Sprache einen fantastischen Kontinent, der unter Zuhilfenahme des Lexikons der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller und  Illustrationen des Autors näher erläutert wird.

Käpt’n Blaubär stürzt von einem Abenteuer ins nächste: er segelt mit Zwergpiraten, wird an der Nachtschule von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller ausgebildet, stürzt in Dimensionslöcher, wohnt in einem Tornado und gelangt durch einen abgelegten Bollogkopf nach Atlantis, wo er als Lügengladiator gefeiert wird. Dabei trifft er auf Gefährten und Freunde, wie den Rettungssaurier Mac oder den Gallertprinzen Qwert Zuiopü aus der 2364. Dimension, aber auch auf weniger angenehme Zeitgenossen, wie den Tyrannowalfisch Rex oder die Waldspinnenhexe.

Die Abenteuer enthalten zahlreiche Anspielungen, die mehr oder weniger deutlich herausstechen und den Leser/die Leserin zum Schmunzeln bringen. Generell trägt Moers sprachlich ziemlich dick auf, wodurch die Sprache teilweise etwas zu märchenhaft verschnörkelt wird. Moers bewegt sich dabei auf dem schmalen Grad zwischen gekonntem verbalen Augenzwinkern und zu gewollter Übertreibung.

Ein besonderes Highlight ist übrigens das von Dirk Bach gelesene Hörbuch, in dem eben jene Sprachakrobatik mit ihrer Neigung zur Übertreibung besonders gut zur Geltung kommt.