Die Tribute von Panem – Suzanne Collins

16 Feb

Den ersten Teil der Trilogie „Tödliche Spiele“ habe ich bereits kurz nach dessen Erscheinen in Deutschland gelesen und war begeistert, weshalb mir nicht klar ist, warum ich die Trilogie zunächst nicht weiter verfolgt habe. Als ich neulich durch Zufall auf den Filmtrailer stieß, hat es mich dann aber doch wieder gepackt und ich habe mir bei Amazon alle drei Bände im Schuber bestellt.

Inhalt

Die Trilogie ist in dem fiktiven Land „Panem“ angesiedelt, das nach der Zerstörung Nordamerikas durch Krieg und Naturkatastrophen auf diesem Gebiet entstanden ist. Herzstück des Landes ist das Kapitol, die Hauptstadt, das durch die 13 Distrikte mit Konsumgütern versorgt wird und diese kontrolliert. Abhängig davon, was ein Distrikt produziert, ist dessen Stellung und Wohlstand. Die Distrikte sind vollkommen voneinander abgeschottet, sodass keinerlei Austausch oder Kommunikation möglich ist.

In Distrikt 12, auf dem das Hauptaugenmerk liegt, wird Kohle gefördert. Die Armut in der Bevölkerung ist groß und zugleich birgt die Arbeit in den Minen große Gefahr. Seit Katniss Everdeen, die Hauptperson der Trilogie, bei einem Grubenunglück ihren Vater verlor, versorgt sie ihre Mutter und ihre kleine Schwester, indem sie verbotener Weise gemeinsam mit ihrem Freund Gale jagen geht und auf dem Schwarzmarkt handelt, womit sie ihr Leben aufs Spiel setzt, da wildern mit dem Tode bestraft wird. Die Gesetze, die das Kapitol den Distrikten diktiert, werden durch sogenannte Friedenswächter durchgesetzt, die nach ihrer Stationierung in Distrikt 12 größtenteils eigenmächtig über Sanktionen entscheiden können, sodass Katniss die Vorliebe des obersten Friedenswächters für ihr Wild zugute kommt.

Das Kapitol übt konsequent Kontrolle über die Distrikte aus und demonstriert seine Macht, um einen Aufstand zu verhindern. Als grausame Erinnerung an einen gescheiterten Aufstand der Distrikte gegen das Kapitol, bei dem Distrikt 13 ausgelöscht wurde, finden alljährlich die sogenannten Hungerspiele statt, bei denen Tribute aus den Distrikten in einer Arena gegeneinander antreten und sich brutal bis zum Tode bekämfen, da nur ein Tribut gewinnen und somit überleben kann. Die Tribute werden unter den 12-18 Jährigen ausgelost. Aus jedem Distrikt treten ein Junge und ein Mädchen an.

Als Katniss‘ kleine Schwester ausgelost wird, meldet sie sich freiwillig als Tribut, um sie zu beschützen und liefert sich so dem Kapitol aus. Dabei ist ihr in keiner Weise bewusst, was sie dadurch auslösen wird!

Zwischen den Zeilen

Suzanne Collins erschafft mit großem Ideenreichtum, der immernoch ausreichend in der Realität verankert ist um sich darin wiederzufinden, eine geradezu verstörende Dystopie. Panem ist ein Land, in dem  ein reiches Zentrum sich durch die Ausbeutung rohstoffreicher Gegenden immer weiter bereichert, wodurch die Distrikte in Abhängigkeit und Armut gehalten werden, die sich gegenseitig bedingen. Diese Ausbeutung erinnert stark an die Kolonialisierung Afrikas.

Das Kapitol, dessen Bewohnerinnen und Bewohner die Hungerspiele nicht fürchten müssen und auch sonst ein recht unbeschwertes Leben führen, ist in vielerlei Hinsicht eine Überspitzung westlicher, kapitalistischer Gesellschaften. Das Fernsehen ist eines der wichtigsten Propagandainstrumente und die Hungerspiele, die jedes Jahr für den Tod von 23 jungen Menschen verantwortlich sind, werden als medialer Höhepunkt zelebriert. Neben der Unterhaltung durch Fernsehspektakel widmen sich die Bewohnerinnen und Bewohner des Kapitol vornehmlich ihrem Äußeren, wobei schrille Haarfarben und Gesichtstatoos angesagt sind. An vielen Stellen finden sich Verweise auf übertriebene Schönheitsoperationen. Die Gespräche im Kapitol kreisen um materielle Besitztümer und während die Menschen in den Distrikten verhungern, erbrechen Gäste auf Partys im Kapitol, um weiter Essen in sich hinein schaufeln zu können. Dieses durchweg oberflächliche Verhalten, das in krassem Gegensatz zu den prekären Verhältnissen in den Distrikten steht, wird von den Bewohnerinnen und Bewohnern selbst überhaupt nicht wahrgenommen, da es mehr oder weniger ihr einziger Lebensinhalt ist.

Meinung

Die Tribute von Panem zeigt, was Freundschaft in einer hoffnungslosen Situation bedeutet und verweist auf die Grausamkeit totalitaristischer Systeme, in denen der Mensch als Individuum nichts zählt. Dabei wird immer wieder an die heutige kapitalistische Gesellschaft angeknüpft, sodass gerade Jugendliche, für die diese Trilogie ausgelegt ist, zum Nachdenken, über das bestehende System angeregt werden.

Die Trilogie ist als Jugendbuch angelegt und daher sprachlich eher einfach gehalten. Dennoch werden die Figuren und die Geschichte mit all ihren Grausamkeiten gut herausgearbeitet, sodass man die Bücher gut „in einem Rutsch“ lesen kann, zumal die ganze Zeit eine Grundspannung aufrecht erhalten wird, die des einem Stellenweise unmöglich macht, das Buch aus der Hand zu legen.

Die Kritik, das Buch sei eben für Jugendliche zu brutal, teile ich nicht, da ich zum einen denke, dass diese mehr abkönnen, als man ihnen zutraut und zum anderen finde, dass die beschriebenen Grausamkeiten elementarer Bestandteil der Handlung sind und maßgeblich dazu beitragen, das eigene und noch mehr totalitaristische Systeme in Hinblick auf ihre Erhaltungsmechanismen zu hinterfragen.

Insgesamt finde ich den ersten Band absolut lesenswert und mitreißend. Im Gegensatz dazu haben mich Band zwei und drei eher enttäuscht, obwohl sie einige gute Ideen und unerwartete Wendungen enthalten, weshalb ich froh bin, die Geschichte abgerundet zu haben.

Wer durch die Panem Trilogie angefixt wurde und Lust hat, weitere dystopische Romane zu lesen, sollte zunächst dringend zu Klassikern wie Huxleys „Schöne neue Welt“ oder Orwells „1984“ greifen, die immernoch erschreckend aktuell sind!

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Tee mit Milch

31 Jan

Plötzlich, nachdem niemand mehr mit ihm gerechnet hatte, ist er da: der Winter! Und er scheint nachzuholen wollen, was er zuvor versäumt hat. Bei diesen eisigen Temperaturen bekommt man Lust auf Tee, um sich von innen aufzuwärmen.

Da Weihnachten abgehakt ist, habe ich meine Bratapfel-, Winterpunsch-, Weihnachtstraumteemischungen allerdings bereits verbannt. Irgendwann ist es damit auch mal vorbei! Stattdessen greife ich momentan gerne zu Tees, die man mit Milch trinken kann.

Mein „all time favourite“ ist dabei Rooibos-Sahne-Karamell. Man bekommt ihn lose oder im Beutel und von verschiedenen Firmen. Ich habe mich sehr mit der „Kings-Crown“-Variante von Rossmann angefreundet, da diese günstig und dennoch geschmacksintensiv ist. Im Gegensatz zu den beiden Folgenden lässt sich der Rooibos-Sahne-Karamell auch gut vorkochen und in einer Thermoskanne warmhalten, sodass man nicht jede Tasse frisch aufgießen muss.

Der Klassiker ist Darjeeling, ein schwarzer Tee, der auf keinen Fall länger als 5min ziehen sollte (Bitterstoffe!) und den man jedes mal frisch zubereiten sollte. Da er koffeinhaltig ist, trinke ich ihn auch gerne morgens statt Kaffee, oder um das Nachmittagstief zu überwinden. Ich bevorzuge keine bestimmte Marke, auf dem Foto seht ihr einfach die günstigste von Netto.

Neu für mich entdeckt habe ich letzten Herbst Masala-Chai, der in Deutschland meist einfach als Chai bezeichnet wird. Dahinter verbirgt sich eine süßlich-würzige Schwarzteemischung mit Gewürzen, wie Kardamom, Nelke, Ingwer, Zimt und Pfeffer, die je nach Hersteller variiert. Gerade probiere ich verschiedene Sorten durch und habe bis jetzt noch keinen Favoriten. Generell schmecken die Chai-Tees besser, die nicht nur aromatisiert sind, sondern tatsächlich  die genannten Gewürze enthalten. Durch die Gewürze breitet sich beim Trinken übrigens eine wohlige Wärme im ganzen Körper aus.

Also lasst die Teekessel pfeifen und die Wasserkocher blubbern und vertreibt die Eiseskälte!

Mängelexemplare

23 Jan

Als ich heute in die Buchhandlung ging, um „nur mal zu gucken“, empfingen mich ein riesiger Tisch und diverse Wühlkisten mit Mängelexemplaren sowie ein Schild mit dem Hinweis „4 Bücher – 10€“. Da musste ich natürlich zuschlagen! Hier ist die Ausbeute:

  • Wahl der Waffen von Judith Kuckart
  • Die Hunde und die Wölfe von Irène Némirovsky
  • Söhne und Planeten von Clemens J. Setz
  • Casper von Dirk Wittenborn
  • Der arme Swoboda von János Székely
  • Die Seele der Toten von Ian Rankin
  • Meerschwestern von Karen White
  • Danach von Rachel Seiffert

Quicktipp: New Girl

18 Jan

Auf Pro7 lief letzte Woche die US-Serie „New Girl“ mit Zooey Deschanel an. Die ausgeflippte Lehrerin Jess muss sich kurzfristig nach einer neuen Bleibe umsehen, da sie ihren Freund beim Fremdgehen erwischt hat und landet in einer Männer WG. In der Hoffnung ihre Modelfreundinnen kennen zu lernen nehmen Nick, Schmidt und Coach Jess bei sich auf und sehen sich mit einer neurotischen, durchgedrehten Frau konfrontiert, die Mädchenfilme wie Dirty Dancing und High School Musical sieht und selbst erfundene Lieder singt.

Wer heute abend um 21.15 Uhr noch nichts vorhat und auf schrägen Humor mit hohem Fremdschamfaktor steht sollte auf jeden Fall mal reingucken!

Mad Men – Season 1

17 Jan

Die US-amerikanische Serie, die mit Preisen überhäuft wurde, spielt im Jahr 1960 in New York. Hauptspielplatz ist die fiktive Werbeagentur Sterling Cooper in der Madison Avenue. Dort entwickeln sich zahlreiche Beziehungen, Affären und Machtkämpfe, eingebettet in eine 60er-Jahre-Atmosphäre. Dazu gehört Sexismus ebenso wie Kapitalismus. Die Rollen sind klar verteilt: Frauen suchen einen Ehemann, bekommen Kinder, führen den Haushalt und Männer verdienen Geld, streben nach beruflichem Erfolg, haben Affären. Mit einem ironischen Augenzwinkern und dem Abstand mehrerer Jahrzehnte überspitzt die Serie geradezu klischeehaft.

Doch die 60er Jahre bringen auch Veränderungen. Betrachtet man die Frauen in der Serie genauer spürt man diesen aufkommenden Wandel. Insbesondere hat mir in diesem Zusammenhang die Rolle der Peggy und deren Entwicklung gefallen. Optisch eher unscheinbar und zunächst schüchtern arbeitet sich die neue Sekretärin in der Agentur ein und bemüht sich um berufliches Vorankommen.

Insgesamt ist die Serie eher ruhig und dialoglastig, sie ist im Genre Drama angesiedel und bekam 2008, 2009 und 2010 den Golden Globe, sowie 2008, 2009, 2010 und 2011 den Emmy in der Kategorie „Beste Daramaserie“. Die Bilder vermitteln auf künstlerische Weise eine wunderbare Retrostimmung. Durch sorgfältig ausgewähle Musik wird diese noch unterstrichen. Der Zeitgeist der 60er Jahre und die gesellschaftlich relevanten Themen werden gekonnt eingefangen.

Fit 4 the Day – YogiTea

16 Jan

Ich liebe Tee in allen möglichen Variationen. Tee ist kein Getränk, dass man mal eben schnell im Vorbeigehen runterkippt, sondern eines für das man sich Zeit nehmen muss. Wäre es nicht schön, wenn man in diesen Pausen nicht nur zur Ruhe käme, sondern gleichzeitig auch noch etwas Gutes für seinen Körper und seinen Geist tun könnte? Die „Fit 4 the Day – Selection“ verspricht genau das. Sie enthält eine Zusammenstellung vier verschiedener Yogi-Tees, die auf den Tagesverlauf abgestimmt sind und für ein 6-Tage-Programm ausreichen:

Morgens: Grüne Energie – grüner Tee, Kombucha und Guarana

Mittags: Ingwer Zitrone Tee – Ingwer, Zitrone und Hibiskus

Nachmittags: Lebensfreude – Basilikum, Süßholz, Zitronr, Orange und Kardamom

Abends: Abend Tee – Fenchel, Kamille, Pfefferminze und Kardamom

Dazu enthält die Packung eine Anleitung für sechs Yogaübungen, die auch für AnfängerInnen und absolut unsportliche Menschen geeignet sind, um die Wirkung der Tees zu unterstreichen.

Die Idee fand ich so toll, dass ich den Tee, den ich durch Zufall hier entdeckte, einfach mitnehmen musste. Natürlich ist dieser Tee, der im Reformhaus erhältlich ist, teurer als eine Drogerie-Eigenmarke, dafür unterliegt er aber höhen ökologischen Qualitätsansprüchen. Mehr über YogieTea erfahrt ihr hier.

Nachdem ich alle Tees einmal durchprobiert habe kann ich sagen, dass sie sehr intensiv schmecken. Ich mochte den Geschmack aller Tees wirklich gerne, könnte mir aber vorstellen, das dieser nichts für jedeN ist, da die Geschmacksrichtungen von „normalem“ Tee abweichen. Ob das Trinken des Tees in Kombination mit den Yogaübungen tatsächlich das Wohlbefinden steigert, kann ich noch nicht sagen, aber ich habe bis jetzt einen guten Eindruck. Generell habe ich mit derartigen „Wohlfühltees“ aber immer gute Erfahrungen gemacht.

Die letzte Liebe des Monsieur Armand – Françoise Dorner

13 Jan

In diesem Roman geht es darum, wie eine zufällige Begegnung das Leben verschiedener Menschen grundlegend verändern kann. Pauline ist zwanzig, arbeitet als Verkäuferin und hat wechselnde Beziehungen, Armand ist pensionierter Philosophielehrer und hat sowohl mit seinen zuvor geliebten Büchern, als auch mit seinem Leben abgeschlossen. Was die beiden verbindet ist ihre Einsamkeit, die sie wohl auch zusammenführt. Pauline verlor ihre Eltern, zu denen sie jedoch keine Beziehung hatte, früh bei einem Autounfall und ist seither auf der Suche nach einer Ersatzfamilie. So gewinnt sie selbst den Eindruck, nur wegen der Aussicht auf liebevolle Schwiegereltern mit diversen Männern auszugehen, die sie zwar begehren jedoch nicht respektieren. Die Einsamkeit Armands resultiert aus dem Tod seiner Frau und seiner schlechten Beziehung zu seinen Kindern, sowie dem Ende seiner Tätigkeit als Philosophielehrer, da ihm nun niemand mehr zuhört.

Zwischen Armand und Pauline entwickelt sich eine Beziehung, die über Freundschaft hinausgeht, aber auch nichts mit Sex zu tun hat. Es scheint als hätte Pauline in Armand ihren lang ersehnten Familienersatz gefunden, während sie ihm ihrerseits Aufmerksamkeit und Lebensfreude schenkt. Nicht nur für die beiden Hauptcharaktere, aus deren Sicht die Geschichte abwechselnd geschildert wird, sondern auch für Armands Sohn verändert diese Begegnung alles.

Françoise Dorner erzählt eine sentimentale Geschichte voller Aufs und Abs, in der sich zwei komtlett gegensätzliche Menschen näher kommen und eine Beziehung zueinander entwickeln, die schwer in Worte zu fassen ist, aber kontinuierlich zwischen den Zeilen hervorblitzt. Auf der einen Seite Pauline, die ihren Weg durchs Leben noch nicht gefunden hat und auf der anderen Armand, der das Gefühl hat bereits alles hinter sich zu haben. Zwischen ihnen befinden sich fünf Jahrzehnte, die immer wieder drohend darauf hinweisen, dass diese Beziehung keine der beiden Personen dauerhaft von ihrem Schicksal erlöst.

Hinter der Geschichte verbirgt sich die Frage nach der richtigen Balance zwischen Kopf und Herz. Der Philosoph hat sich zeitlebens einzig auf seinen Verstand beziehungsweise den Verstand großer Philosophen verlassen und hat nun am Ende seines Lebens das Gefühl, sich damit den Zugang zu seinen Mitmenschen verbaut zu haben. Im Gegensatz dazu weigert sich Pauline Bücher zu lesen und verlässt sich lieber auf ihr Gefühl, entwickelt allerdings ein Interesse an philosophischer Bildung, da sie sich den Fragen, die hinter ihrem impulsiven Handeln stecken, stellen möchte.