Kriegerin – David Wnendt

9 Jan

Im heute journal wurde der Film Kriegerin vorgestellt, der sich mit Frauen in der rechten Szene beschäftigt.

Inhalt: Die 20-jährige Marisa aus einer ostdeutschen Kleinstadt rennt wie eine Rasierklinge durchs
Leben. Wenn ihr jemand dumm kommt, schlägt sie zu, selbst wenn das die eigenen Leute aus
der Jugendclique sind, die sich der rechtsextremen Szene zugehörig fühlen. Der Respekt, den
sich Marisa dadurch verschafft hat, wird allerdings durch Svenja bedroht. Die ist erst 15,
stammt aus gutbürgerlichem Haus und ist von der Neonaziszene fasziniert. Ihren Hass auf
die „Gesellschaft“, die auch ihren Freund hinter Gitter gebracht hat, lässt Marisa vor allem an
Ausländern aus. Als sie Jamil und Rasul, zwei junge Asylbewerber auf dem Moped nach einem
Streit absichtlich mit dem Auto rammt, löst sie eine Kette von Ereignissen aus, die ihr
Weltbild ins Wanken geraten lassen und von ihr einen hohen Preis fordern.

Die Idee kam dem Regisseur und Autoren David Wnendt bei einer Fotoreise im Sommer 1998 durch Ostdeutschland, wo ihm das offene und radikale Auftreten junger Neonazis auffiel. Daraufhin begann er zu recherchieren und entwickelte den Film Kriegerin. Unterstützt wird der Film von antifaschistischen Organisationen wie EXIT. Der Film scheint gut gemacht zu sein und beschäftigt sich auf eindringliche und schockierende Weise mit einem aktuellen Thema, das uns alle angeht und bei dem wir nicht wegsehen dürfen. Deshalb mein Tipp: ab dem 19. Januar 2011 Kriegerin im Kino ansehen!

Regie: David Wnendt
Buch: David Wnendt
DarstellerInnen: Alina Levshin, Jella Haase, Sayed Ahmad Wasil Mrowat, Lucas Steltner,
Gerdy Zint u. a.
Land, Jahr: Deutschland 2011
Genre: Drama
Kinostart, Verleih: 19. Januar 2012, Ascot Elite

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Das Einstein-Mädchen – Philip Sington

8 Jan

Eine junge Frau wird 1932 in der Nähe von Berlin ohne Kleidung oder einen Hinweis auf ihre Identität bewusstlos aufgefunden. Als sie aus dem Koma erwacht, kann sie sich an nichts erinnern. Der Psychiater Dr. Martin Kirsch nimmt sich ihrem Fall an und entwickelt ein großes Interesse an dem Fall, aber auch an seiner Patientin. Wer ist sie? Woher kommt sie? Und was wollte sie in Berlin? Kirsch begibt sich auf Spurensuche und versucht anhand weniger Indizien diese Rätsel zu lösen. Es stellt sich heraus, dass eine Verbindung zwischen der jungen Frau und dem weltbekannten Physiker Albert Einstein besteht. Doch welche?

Die Geschichte um das Einstein-Mädchen, in der ein Psychiater zum Ermittler wird, ist gekonnt in den historischen Hintergrund eingebettet. Der Schatten des Ersten Weltkrieges lastet schwer auf Kirsch, sowohl psychisch als auch physisch, was sinnbildlich für die gesellschaftliche Stimmung steht. Immer wieder wird zudem auf das Erstarken des Nationalsozialismus verwiesen und auf die Auswirkungen dessen rassistischen Menschenbildes für die Psychatrie. Auch die Bezüge zu Einsteins Biographie scheinen sorgfältig recherchiert zu sein, wie auch ein entsprechender Anhang zeigt.

Philip Sington erzählt die Geschichte vorwiegend mit Blick auf den Psychiater Kirsch, sodass der Leser/die Leserin einen guten Eindruck seiner Persönlichkeit bekommt, lässt aber auch das Einstein-Mädchen selbst zu Wort kommen, das seine Lebensgeschichte in einem Brief niedergeschrieben hat. Auf diese Weise ist der Leser/die Leserin Kirsch einen Schritt voraus bei der Entschlüsselung ihrer Identität. Dennoch hält der Roman einige unerwartete Wendungen bereit.

Auf diese Weise entsteht ein spannender Roman, eingebettet in den historischen Kontext der 1930er Jahre in Berlin und verwoben mit dem Werk und dem Leben des wohl bedeutendsten, zumindest aber bekanntesten Physikers der Welt.

Yankee Candle Tarts

2 Jan

Yankee Candle Tarts

Zu einem guten Buch gehört auch eine gemütliche Atmosphäre. Gerade im Winter gehören dazu neben einer Tasse Tee auf jeden Fall: Kerzen!

Momentan besteht ein unglaublicher Hype um Yankee Candles, dem ich nun auch erlegen bin. Yankee Candles sind Duftkerzen, die wirklich gut riechen. Ihr Duft ist nicht zu aufdringlich und nicht zu künstlich. Allerdings sind Yankee Candles recht teuer.

Eine gute Alternative zu den Duftkerzen sind die sogenannten Tarts – kleine Törtchen aus Duftwachs. Von diesen bricht man ein Stückchen ab und lässt es in einer Duftlampe verdampfen. Die Tarts sind mit einer Brenndauer von 8 Stunden nicht nur günstiger als die Duftkerzen, sondern bieten auch die Möglichkeit, verschiedene Duftrichtungen auszuprobieren und sogar zu mischen.

Ich habe mir in diesem Online-Shop einige Tarts in verschiedenen Duftrichtungen bestellt und muss zugeben, dass mir die Entscheidung teilweise nicht leicht fiel, sodass ich jetzt einen ganz ordentlichen Vorrat habe. Alleine Namen wie Drift Away, Beach Walk oder Early Sunrise verlocken einen, mehr zu bestellen als geplant. Das Bestellen und die Bezahlung (per Lastschrift) waren sehr einfach und die Bestellung kamm innerhalb von drei Werktagen an. Zudem war der Versand als Maxibrief der Deutschen Post günstig.

Als erstes habe ich die Duftrichtung Winter Wonderland ausprobiert und bin begeistert. Der Duft erinnert irgendwie an frisch gefallenen Schnee mit einer leichten Süße – eben wie ein Winterwunderland!

Buchsaiten Blogparade No. 3

29 Dez

Diese Buchsaiten Blogparade zum Jahresabschluss 2011 habe ich bei buchsaiten entdeckt und mich kurzehand entschlossen mitzumachen:

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung)

Anfang des Jahres habe ich begonnen Verblendung von Stieg Larsson zu lesen und bin dabei nicht über den Prolog hinaus gekommen. Irgendwie konnte ich mich nicht richtig auf die Geschichte einlassen und der Hype um die Trilogie hat mich auch ziemlich genervt. Deshalb war ich positiv überrascht, dass mich die Geschichte beim zweiten Versuch auf Anhieb gepackt und begeistert hat.

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung)

Das war leider Reckless. Steinernes Fleisch von Cornelia Funke. Bereits seit meiner Kindheit liebe ich die Bücher von Cornelia Funke von den Wilden Hühnern, über den Herrn der Diebe und Igraine Ohnefurcht, bis hin zur Tintenherz-Trilogie. Deshalb habe ich mir Reckless sogar als gebundenes Buch gegönnt und war total gespannt darauf, wie Cornelia Funke mit ihrem Talent für Phantastisches, das doch in unserer Welt verankert ist, mit dem Märchenthema umgeht und musste feststellen: gar nicht! Lediglich Requisiten aus bekannten Märchen tauchen immer mal wieder in der ganz passablen Abenteuergeschichte auf, die an einigen Stellen ganz schön schaurig ist.

Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Meine Autoren-Neuentdeckung war eindeutig George R. R. Martin. Mit Fantasy-Büchern ist das ja so eine Sache…entweder sie sind richtig gut, oder sie sind richtig schlecht. Deshalb wage ich auf diesem Gebiet keine Blindkäufe und bin froh über Empfehlungen. Die Reihe Das Lied von Eis und Feuer wurde mir weniger empfohlen als aufgedrängt und ich musste mich auch ein wenig mit dem Lesen beeilen um mich vor Spoilern zu schützen, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Das Lied von Eis und Feuer steckt voller Mysterien, Machtkämpfen und Magie. Es kommt aber ohne Orkarmeen und überflüssigen Hokuspokus aus. Anders als bei anderen Reihen bleibt zudem die Spannung aufgrund der vielen parallelen Handlungsstränge erhalten und ich freue mich schon darauf, den neuen Band zu lesen.

Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Das Cover zu Reckless hat mir gut gefallen, da es in schwarz-grün-silber so wunderschön schaurig aussieht und somit die Stimmung des Buches widerspiegelt. Leider hat es auch den Haben-wollen-Effekt und die damit verbundene Enttäuschung verstärkt.

Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2012 lesen und warum?

Wie oben bereits erwähnt den neuen Band aus der Reihe Das Lied von Eis und Feuer.

Verblendung – Stieg Larsson

28 Dez

Der Journalist Mikael Blomkvist befindet sich an einem Tiefpunkt seiner Karriere, als ihm der alte Unternehmer Henrik Vanger einen Job anbietet. Mikael soll das Geheimnis um das Verschwinden von Harriet Vanger im Jahr 1958 lüften. Dieses Ereignis überschattet Henriks Leben und er ist beinahe besessen davon. Der Rest der Familie Vanger würde es hingegen lieber auf sich beruhen lassen und steht Henriks „Hobby“, wie sie es nennen, abneigend gegenüber, zumal ein großer Teil der Familie nach Henriks Auffassung zum Kreis der Verdächtigen gehört. Unterstützt wird Mikael Blomkvist von der Ermittlerin Lisbeth Salander, einer ausergewöhnlichen jungen Frau mit unkonventionellen Ermittlungsmethoden. Gemeinsam rollen die beiden den Fall neu auf und stoßen auf Dinge, die sie lieber niemals erfahren hätten.

Die Geschichte wird langsam aufgebaut, sodass sich sowohl die Handlung als auch die Charaktere entwickeln können. Stieg Larsson schafft Figuren mit Persönlichkeit, Charakter, Beziehungen und einer Hintergrundgeschichte, die so verstörend ist wie Verblendung selbst. Diese Verstörung speist sich vor allem aus Larssons abartig realistischen Schilderungen. Dabei geht es weniger um rohe Gewalt, sondern vielmehr um psychische Brutalität, die niemanden kalt lässt.

Alles in allem ist Stieg Larssons Verblendung ein packender Thriller, der absolut lesenswert ist!

Lucy – Laurence Gonzales

28 Dez

Die amerikanische Wissenschaftlerin Jenny erforscht im Kongo Menschenaffen. Als ein Bürgerkrieg ausbricht flieht sie und rettet die Tochter eines Kollegen aus dessen Camp, das bereits von den Rebellen überfallen wurde und nimmt sie mit zu sich nach Chicago bis sie ihre Familie in England ausfindig gemacht hat. Doch es stellt sich heraus, dass das Mädchen Lucy keine Verwandten in England hat, denn ihre Mutter war ein Menschenaffe. Lucy ist das Ergebnis eines Experiments ihres Vaters, eine Kreuzung aus Mensch und Menschenaffe – mit den Instinkten und Kräften ihrer Mutter und der Intelligenz und Sprachgewandheit ihres Vaters. Jenny beschließt, Lucy bei sich aufzunehmen und zu beschützen, da sie ahnt, dass Lucy sich in Gefahr befinden wird, sollte jemand ihr Geheimnis lüften.

Lucy ist ein wunderbares Buch über Menschlichkeit. Es schildert die Probleme eines Teenagers, sich in eine Gesellschaft einzufügen, die sich gänzlich von der Natur enfernt hat. Darüber hinaus geht es um Fragen von Ethik, Toleranz und Würde. Dabei begleitet den Leser/die Leserin stets die Frage: Was macht den Menschen zum Menschen?

Lucy muss erfahren, wie ablehnend Menschen auf ihre Andersartigkeit reagieren, sei es aus Religiosität, Rassismus oder Angst. Zugleich erfährt sie aber auch Hilfsbereitschaft, Freundschaft und Liebe von ihren Freunden und ihrer neuen Familie, sowie von Fremden, die sie so akzeptieren wie sie ist.

Mit Lucy hat Laurence Gonzales einen Roman geschrieben, der so spannend wie ein Thriller und zugleich philosophisch ist.

Weihnachtsbücher

27 Dez

Zu Weihanchten habe ich neue Bücher geschenkt bekommen:

Die Niebelungen – Friedrich Hebbel

Dieses Trauerspiel habe ich begleitend zu einem Theaterbesuch des Stückes als Reclam-Heft bekommen und ich werde es zumindest querlesen, um der Inszenierung besser folgen zu können.

Corpus Delicti. Ein Prozess – Juli Zeh

In Corpus Delicti geht es um eine Frau, die die Unschuld ihres Bruders beweisen will und dabei selbst in Konflikt mit dem System gerät. Juli Zeh hat mich bereits mit Spieltrieb und Schilf begeistert, da sie mit scharfer Beobachtungsgabe über unsere Gesellschaft schreibt. Dabei entsteht eine kritische Analyse, die zum Nachdenken anregt.

Glatte runde Dinger – Martina Brandl

Glatte runde Dinger scheint ein leichter Unterhaltungsroman über Aufbruch und Selbstfindung einer jungen Frau zu sein.

Das Einstein-Mädchen – Philip Sington

Eine junge Frau wird im Jahr 1932 bewusstlos aufgefunden und als sie aus dem Koma erwacht fehlt ihr jede Erinnerung. Der Einzige Hinweis ist ein Programmzettel eines Vortrags von Albert Einstein. Anhand dieses Zettels versucht ein Psychiater die Identität des Einstein-Mädchens herauszufinden.