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Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär – Walter Moers

6 Mrz

Gleich zu Beginn möchte ich klarstellen, dass dieser Roman von Walter Moers kein Kinderbuch ist, wie die meisten wegen der gleichnamigen TV-Spots in der „Sendung mit der Maus“ vermuten.

In „Die 13½ Lebend des Käpt’n Blaubär“ schildert Walter Moers, wie der Titel bereits besagt, die ersten 13½ Leben von insgesamt 27 Leben des Buntbären Käpt’n Blaubär auf dem Kontinent Zamonien, auf dem auch weitere Romane Moers‘ angesiedelt sind. Jedes der 13½ Kapitel beschreibt einen Lebensabschnitt des Bären aus dessen Sicht. Dabei entwirf Walter Moers mit blumiger Sprache einen fantastischen Kontinent, der unter Zuhilfenahme des Lexikons der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller und  Illustrationen des Autors näher erläutert wird.

Käpt’n Blaubär stürzt von einem Abenteuer ins nächste: er segelt mit Zwergpiraten, wird an der Nachtschule von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller ausgebildet, stürzt in Dimensionslöcher, wohnt in einem Tornado und gelangt durch einen abgelegten Bollogkopf nach Atlantis, wo er als Lügengladiator gefeiert wird. Dabei trifft er auf Gefährten und Freunde, wie den Rettungssaurier Mac oder den Gallertprinzen Qwert Zuiopü aus der 2364. Dimension, aber auch auf weniger angenehme Zeitgenossen, wie den Tyrannowalfisch Rex oder die Waldspinnenhexe.

Die Abenteuer enthalten zahlreiche Anspielungen, die mehr oder weniger deutlich herausstechen und den Leser/die Leserin zum Schmunzeln bringen. Generell trägt Moers sprachlich ziemlich dick auf, wodurch die Sprache teilweise etwas zu märchenhaft verschnörkelt wird. Moers bewegt sich dabei auf dem schmalen Grad zwischen gekonntem verbalen Augenzwinkern und zu gewollter Übertreibung.

Ein besonderes Highlight ist übrigens das von Dirk Bach gelesene Hörbuch, in dem eben jene Sprachakrobatik mit ihrer Neigung zur Übertreibung besonders gut zur Geltung kommt.