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Hinter verzauberten Fenstern – Cornelia Funke

1 Dez

Heute konnte endlich das erste Türchen des Adventskalenders geöffnet werden. Bei vielen verbarg sich dahinter wahrscheinlich ein Schokoladenstück in Form eines Engels, einer Glocker oder einer Kerze. So ein Stück Schokolade hätte sich auch Julia, die Hauptperson in Cornelia Funkes Adventsbuch „Hinter verzauberten Fenstern“, gewünscht. Doch im Gegensatz zu ihrem kleinen Bruder Olli hat sie keinen Schokoadventskalender bekommen, sondern einen aus Papier. Darauf abgebildet ist ein Haus, das eigentlich ganz schön und geheimnisvoll glitzert. Als Julia dann doch neugierig das erste Fenster öffnet, merkt sie ganz schnell, wie viel spannender ihr Kalender im Vergleich zu einem muffigen Stück Schokolade ist.

Ihr Kalenderhaus wird nämlich von sehr gastfreundlichen Menschen bewohnt, die sie zu sich einladen. Durch die Fenster ihres Adventskalender gelangt sie in eine verzauberte Welt. Der Erfinder Jakobus Jammernich mit seinen faszinierenden Flugmaschinen nimmt sie dort in Empfang. Von ihm erfährt sie auch, dass immer seltener Kinder zu Besuch in die Kalenderwelt kommen, da diese viel lieber die Schokoladenadventskalender mögen.

Julias Besuch gibt den Hausbewohnern neue Hoffnung und sie versuchen sich mit ihrer Hilfe gegen den Verfallt der alten Kalenderhäuser zu wehren. Ihr Gegenspieler ist dabei der fiese Leo, der immer mehr Schokoladenhäuser bauen möchte.

Die Spannung, die Cornelia Funke aufbaut, ist geradezu greifbar. Immer mehr wird Julia von den Abenteuern hinter den verzauberten Fenstern angezogen, immer weniger kann sie es erwarten, das nächste Fenster zu öffen. Dabei gelingt es Cornelia Funke, eine fantastische Märchenwelt zu erschaffen, die zugleich in der Realität verankert ist. Julia muss nämlich nicht nur das Kalenderland retten, sondern gleichzeitig dieses Geheimnis vor ihrem nervigen, kleinen Bruder bewahren.

Cornelia Funke zeigt wie immer viel Liebe zum Detail, die sich auch in ihren Illustrationen wiederfindet. Die Bewohner des Hauses und ihre Wohnungen sind so liebevoll beschrieben, dass man sie sofort vor Augen hat. Jede Figur hat dabei ihre ganz besonderen Eigenheiten.

Mich begeistert dieses Adventsbuch seit ich es das erste Mal vorgelesen bekommen habe jedes Jahr auf’s Neue – obwohl ich inzwischen eigentlich zu alt dafür bin und durchaus gerne Schokolade esse.